Freiheit gestern

Fliegen Sie mit uns durch die Geschichte der Freiheit

– durch ihre Höhen und Tiefen, durch dunkle Täler und Sternstunden

Antike − Mittelalter − Neuzeit −

Nur wenn wir uns über die geschichtliche Entwicklung der Freiheit klar werden, können wir über die Zukunft der Freiheit nachdenken. Fliegen Sie mit uns durch die Geschichte der Freiheit – durch besondere und entscheidende Momente, durch Höhen und Tiefen, durch dunkle Täler und Sternstunden.

Wir sehen diese Darstellung der Geschichte der Freiheit als Dauerbaustelle. Zu viel ist geschehen, als dass wir es als abgeschlossen betrachten sollten. Deshalb erscheinen die Beiträge hier auch nach und nach, und wir brauchen Ihre Hilfe!

Schreiben Sie mit uns Geschichte! Welche Daten gehören noch in die Datensammlung zur Freiheit? Bitte nutzen Sie dazu das Kontaktformular

73| v. Chr.

Sklavenaufstand des Spartacus

Laut Appian soll er zu seinen Leidensgenossen in der Gladiatorenschule gesagt haben: „Man darf das Leben nicht für Schauspiele einsetzen, sondern für die Freiheit.“

12|15

Magna Charta Libertatum

Wichtigste Quelle des englischen Verfassungsrechts. Die Magna Carta verbriefte grundlegende politische Freiheiten des Adels gegenüber dem englischen König. Nachdem die Magna Carta zwischenzeitlich in den Hintergrund getreten war, nahm ihre Bedeutung im 17. Jahrhundert wieder zu, als sich im Englischen Bürgerkrieg der Konflikt zwischen Krone und Parlament zuspitzte. Durch fortwährende Änderungen und Ergänzungen wurden weiteren Bevölkerungsschichten Rechte zugestanden und letztendlich die konstitutionelle Monarchie entwickelt.

12|20

„Sachsenspiegel“

Eike von Repgow protestiert im „Sachsenspiegel“ gegen Sklaverei und Leibeigenschaft: „Als man zum ersten Male Recht setzte, da gab es noch keinen Dienstmann und waren alle Menschen freie Leute…Ich kann es auch mit meinem Verstande nicht für Wahrheit halten, dass jemand das Eigentum eines anderen Menschen sein soll“.

14|40

Buchdruck

Entwicklung des Druckverfahrens durch den deutschen Goldschmied Johannes Gutenberg. Der beispiellose Einfluss des Buchdrucks in der Folge von Gutenberg auf die langfristige Entwicklung der Geschichte Europas und der Welt ist in seiner Gesamtheit schwer zu erfassen. Die weite Verfügbarkeit des gedruckten Wortes zu erschwinglichen Preisen förderte die Bildung und damit die Freiheit der Massen und legte den Grundstein für die Entstehung der modernen Wissensgesellschaft.

15|20

„Von der Freiheit eines Christenmenschen“

Luther: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ markiert eine geistesgeschichtliche Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. In den Thesen postulierte er die Summe der christlichen Freiheiten. Der zentrale Gedanke besteht in einer Umkehrung der bis dahin geltenden Grundauffassung der Beziehung zwischen Religion und Freiheit. „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

16|89

„Zwei Abhandlungen über die Regierung“

John Locke veröffentlicht „Two Treatises of Government“: „Der Naturzustand ist ein Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Naturgesetzes seine Handlungen zu lenken und über seinen Besitz und seine Person zu verfügen, wie es einem am besten scheint – ohne jemandes Erlaubnis einzuholen und ohne von dem Willen eines anderen abhängig zu sein.“

17|84

„Was ist Aufklärung?“

Immanuel Kant veröffentlicht den Essay „Was ist Aufklärung?“ mit dem Kernsatz „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

17|89

Französische Revolution

Kampf für bürgerliche Freiheitsrechte mit den Zielen Abschaffung des feudalabsolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung. Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die am 26. August 1789 verabschiedet wurde und mit der Zusicherung beginnt: „Von ihrer Geburt an sind und bleiben die Menschen frei und an Rechten einander gleich.“ Verbürgt werden u. a. auch Eigentum, Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung, rechtsstaatliche Prinzipien, Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit sowie Volkssouveränität und Gewaltenteilung.

17|93

Theorie und Praxis nach Immanuel Kant

Immanuel Kant veröffentlicht „Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ mit dem Kernsatz „Die Freiheit als Mensch, deren Prinzip für die Konstitution eines gemeinen Wesens ich in der Formel ausdrücke: Niemand kann mich zwingen, auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, die mit der Freiheit von jedermann nach einem möglichen allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann, (d.i. diesem Rechte des andern) nicht Abbruch tut.“

18|32

Hambacher Fest

Höhepunkt bürgerlicher Opposition in der Zeit der Restauration und zu Beginn des Vormärz. Die Forderungen der Festteilnehmer nach nationaler Einheit, Freiheit und Volkssouveränität hatten ihre Wurzeln im Widerstand gegen die restaurativen Bemühungen des Deutschen Bundes. Schlussworte von Philipp Jakob Siebenpfeiffer: „Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört!“

18|59

„On Liberty“

John Stuart Mill veröffentlicht „On Liberty“ mit dem Kernsatz „Der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumengen befugt ist, der ist: sich selbst zu schützen. Daß der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gemeinschaft rechtmäßig ausüben darf, der ist: die Schädigung anderer zu verhüten.“